Gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern in der Kirche


KDFB verabschiedet Positionspapier
Köln, 17.10.2011 – Die Bundesdelegiertenversammlung des Katholischen
Deutschen Frauenbundes e.V. (KDFB), die vom 14.- 16.10.2011 in Bonn
stattfand, verabschiedete einstimmig das Positionspapier „Für ein partnerschaftliches
Zusammenwirken von Mann und Frau in der Kirche“. Darin
fordert der Verband, dass bei der Weiterentwicklung der Ämter, Aufgaben
und Berufungen in der Kirche sowie bei deren Umsetzungen Frauen und
Männer mit ihren Kompetenzen, Charismen und Lebenswirklichkeiten
gleichberechtigt beteiligt werden.
„Wir unterstützen die Aussagen der Deutschen Bischöfe von 1981 zu den Chancen
und Herausforderungen eines partnerschaftlichen Zusammenwirkens von
Frauen und Männern in der Kirche ausdrücklich“, erklärt KDFB-Präsidentin Dr.
Maria Flachsbarth. Der Frauenbund bekräftigt dabei auch die damalige Eingabe
der Bischöfe an die zuständige römische Kongregation für Kirchenrechtsreform,
“in Zukunft die Frauen zu allen Diensten des gemeinsamen Priestertums der Getauften
gleichberechtigt zuzulassen“. Hier erwartet der Verband sowohl eine Erneuerung
der Initiative wie eine Umsetzung in konsequente und zukunftsorientierte
Taten.
Das Positionspapier des Frauenbundes nennt als weitere Handlungsfelder die
Weiterentwicklung kooperativer Gemeindeleitungen, die stärkere Einbindung von
Frauen in kirchliche Führungspositionen und auch in Finanzgremien sowie in
Wissenschaft und Lehre. Bezogen auf die diakonische Arbeit ist für den KDFB
die Zeit reif, Frauen zu Diakoninnen zu weihen, denn die Argumente gegen eine
Zulassung von Frauen zu Weiheämtern überzeugen den Verband nicht.
Die Delegierten aus den 21 KDFB-Diözesanverbänden sprachen sich eindeutig
für eine Revision der gängigen Praxis aus, kirchliche Dienste und Ämter, die nicht
den Empfang des Weihesakramentes gebunden sind, dennoch ausschließlich mit
Priestern zu besetzen. „Wir fordern von den verantwortlichen Entscheidungsträgern
in der Kirche, dass Laien und besonders Frauen bei der Neubesetzung von Führungspositionen bzw. der Neugestaltung von Leitungsaufgaben berücksichtigt
werden. Alle Spielräume, die das Kirchenrecht jetzt schon bietet, müssen genutzt
werden“, so KDFB-Präsidentin Flachsbarth. Eine zukunftsfähige Kirche hänge
wesentlich von einem gleichberechtigten, konstruktiven Miteinander von Frauen
und Männern, Priestern und Laien, ab.
Mit seinem Positionspapier nimmt der Frauenbund Bezug auf die im Zentralkomitee
der deutschen Katholiken (ZdK) während der Vollversammlung im April 2011
geführte Debatte um ein "partnerschaftliches Zusammenwirken von Mann und
Frau in der Kirche", schreibt den dort erstmals vorgestellten Antragsentwurf fort
und bringt seine Verbandsposition in den weiteren Dialogprozess ein.

Ute Hücker
Pressereferentin